Sozialwerk St. Georg

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Expertin in eigener Sache

Kraft schöpfen, Neues wagen:
Wie hier in der TS EigenArt in Gelsenkirchen, wo Jenny Kapteina durch ihren Mann Oliver und ihre Persönliche Assistentin Margarete Pysik-Klyscz gestärkt wird.
"Gemeinsam. Stark. Machen! - Ich nehme mein Leben in die Hand!"

Jenny Kapteina (30) hat im Kunstbereich der Tagesstätte EigenArt gewissermaßen ein Heimspiel: Eine ganze Reihe ihrer farbenfrohen Bilder sind hier im Raum verteilt zu bewundern. Die Gelsenkirchenerin ist seit 2006 Klientin des Ambulant Betreuten Wohnens. Sie sagt:

„Mich stärken mein Mann, meine Persönliche Assistentin – und mein Kater!“

Jenny Kapteina beschreibt mit Blick auf die von ihr geschaffenen Kunstwerke: „Mal ist es die Kunst in der Tagesstätte, die mich stärkt, mal ist es ein Seminar wie „Train the Trainer“, bei dem ich 2016 in sechs Sitzungen darauf vorbereitet wurde, selbst Seminare zu geben.“ Nicht alle Teilnehmenden haben die Ausbildung durchgehalten – Jenny Kapteina aber schon, und darauf ist sie schon ein wenig stolz, merkt man ihr an. Und so referiert sie jetzt ungefähr einmal im Monat eineinhalb Stunden lang aus eigener Perspektive, als „Expertin in eigener Sache“, im Einführungsseminar für neue Mitarbeitende des Sozialwerks über das diesjährige Jahresthema Empowerment. Ein weiteres Seminar mit ihr als Dozentin, diesmal für Klientinnen und Klienten, ist schon in Vorbereitung: eine Fortbildung über das Schutzkonzept des Sozialwerks „A wie achtsam“. 

„Halt und Sicherheit“

Dann kommt Jenny Kapteina zum Kern und bekennt: „Mir ist es wichtig, dass ich verstanden werde als Borderlinerin.“ Menschen mit der sogenannten Borderline-Störung, einer psychischen Erkrankung, benötigen ein besonders Halt bietendes Umfeld. Jenny Kapteina berichtet: „Die Sicherheit, die gerade die beiden – mein Mann Oliver und meine Persönliche Assistentin, Frau Pysik-Klyscz – mir geben, ist mir sehr wichtig!“ Sie erläutert: „Wir reflektieren oft, wie etwas gelaufen ist. Dadurch erhalte ich so manche Anregung, wie ich Dinge verändern, Verhaltensweisen oder mein Leben umgestalten kann.“ Zum Beispiel, wie sie sich in bestimmten Konfliktsituationen am besten verhalten soll: bei Meinungsverschiedenheiten etwa, in Situationen, wo etwas aus der Welt geschafft werden muss. Jenny Kapteina meint: „Denn im Grunde bin ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, eher der zurückgezogene Typ, der versucht, die meisten Sachen mit sich selbst auszumachen.“ Sie brauche diese ihre beiden Vertrauenspersonen – „damit ich nie wieder in meine dunklen Löcher der Stille und Depression falle“, wie sie es beschreibt.

Margarete Pysik-Klyscz erklärt: „Durch die Teilnahme an psycho-edukativen Gesprächsrunden erweitert Frau Kapteina ihre Handlungskompetenzen im Umgang mit ihrer Erkrankung. Der damit erreichte Zustand von Selbstverantwortung und Selbstbestimmung befähigt sie, anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen.“

Zum Schluss sagt Jenny Kapteina noch, Kater Felix tue sein Übriges, um ihr Kraft zu geben: „Wenn Menschen nicht an mich herankommen, schaffen es immer noch die Tiere!“

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