Sozialwerk St. Georg

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Unternehmensentwicklung

Zahlen, Daten, Fakten – das Wirtschaftsjahr 2009

Allgemeine Angaben

Das Gesamtunternehmen Sozialwerk St. Georg mit Konzernsitz in Gelsenkirchen hat im Jahr 2009 in über 3.800 Betreuungsverhältnissen rund 3.300 Menschen mit Assistenzbedarf erreicht. Die rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützten in 51 Einrichtungen und 29 ambulanten Anlaufstellen in ganz Nordrhein-Westfalen Klienten im Rahmen stationärer und ambulanter Angebote in den Bereichen Wohnen und Leben, Arbeit und Teilhabe durch Arbeit und Beschäftigung – ein Leitbegriff im Sozialwerk St. Georg
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Beschäftigung
, Alltag und Freizeit.

Die unterschiedlichen regionalen Dienstleistungen und Spartenangebote erbringt die Führungsgesellschaft des Konzerns, der Sozialwerk St. Georg e. V., durch den im Bereich stationärer Wohnangebote das überwiegende Gesamtgeschäftsvolumen generiert wird, und seine Tochtergesellschaften (in Klammern die Höhe der Gesellschaftsanteile des e. V.):

Geschäftsverlauf 2009

Bestimmende Einflussfaktoren des Geschäftsjahres 2009 waren zum Einen die ca. 5 % Anhebung der Grund- und Maßnahmepauschalen für die stationären Wohnangebote und das Betreute Wohnen in Verbindung mit der Tariferhöhung der zweiten Tranche des Tarifabschlusses im Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) 2008/2009 in Höhe von 2,8 % (nebst Einmalzahlung).

Zum Anderen wurde der Bereich Arbeit und Teilhabe durch Arbeit und Beschäftigung – ein Leitbegriff im Sozialwerk St. Georg
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Beschäftigung
zu Beginn des Jahres 2009 erheblich von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise tangiert. So verzeichnete die Sozialwerk St. Georg Werkstätten: Einrichtungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben
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Werkstätte
n gGmbH zeitweise Produktionsauftragseinbrüche in Höhe von 25 %. Dies führte zu einem Rückgang der Umsatzerlöse aus Lohn- und Dienstaufträgen in 2009 insgesamt um 10 %, nachdem sich Mitte des Jahres eine Bodenbildung und seitdem eine leichte Erhöhung der Auftragslage ergeben hat.

Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen von rd. 98 Mio. EUR in 2008 auf 107 Mio. EUR im Jahr 2009. Neben dem Anstieg der Vergütungen war insbesondere eine positive allgemeine Belegungsentwicklung mit 97 % Auslastung im Wohnbereich in Verbindung mit einem Ausbau tagesstrukturierender Angebote und einem fortgesetzten Wachstum der ambulanten Leistungen hierfür bestimmend.

hoch
geschaeftsbericht sozialwerk st georg 2009 diagramm belegung heimbereich

Die drei Tochtergesellschaften Sozialwerk St. Georg Westfalen-Nord gGmbH, Westfalen-Süd GmbH und Ruhrgebiet gGmbH, zuständig für die regionalen Angebote des Betreuten Wohnens, konnten ihre Klientenzahlen von ursprünglich 374 in 2005 auf 782 zum 31.12.2009 steigern.

geschaeftsbericht sozialwerk st georg 2009 diagramm klienten bewo

Die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns versetzte das Unternehmen in die Lage, auch im Jahr 2009 ein erhebliches Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt 10,4 Mio. EUR umzusetzen. Hierdurch ist es möglich, auch in Zukunft bedarfsgerechte Angebote zu gestalten. Unsere langjährigen Partner, die AKTION MENSCH, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, das Land NRW, der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Bundesagentur für Arbeit unterstützten uns im vergangenen Wirtschaftsjahr mit einem Gesamtvolumen von 3,3 Mio. EUR.

Fördermittel (Zugänge an Investitions- und Personalkostenzuschüssen/Landesmitteln)
  2009 (in T€) 2008 (in T€)
Aktion Mensch 856 1.143
Stiftung Wohlfahrtspflege 1.246 136
Kreis Siegen-Wittgenstein 5 13
Förderung Land NRW und LWL* 1.192 1.103
Bundesagentur für Arbeit 4 111
Insgesamt 3.302 2.508

* Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fördert die Investitionen durch Anteile des Pflegesatzes (Investitionskostenpauschale)

Damit ergibt sich zum 31.12.2009 eine Gesamtleistung* des Konzerns in Höhe von rund 119 Mio. EUR.

Neben den tarifbedingten Lohn- und Gehaltssteigerungen führte eine gestiegene Mitarbeiterzahl, die auch durch eine zunehmend betreuungsintensivere Klientel gewachsen ist, zu einem Anstieg der Personalkosten um rund 7 Mio. EUR auf 84 Mio. EUR, was 72 % der Gesamtkonzernerträge entspricht (ca. 76 % der Gesamtaufwände). Die Sachkosten stiegen belegungsbedingt um 1,3 Mio. EUR auf eine Summe von 16,6 Mio. EUR. Der sich daraus ergebende Jahresüberschuss im Konzern beträgt 2,4 Mio. EUR in 2009, nach 2,2 Mio. EUR im Vorjahr.

hoch
Kennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Sozialwerks St. Georg (Konzern)
  2009 (in T€) 2008 (in T€)
Umsatzerlöse 107.019 97.532
Gesamterträge 117.359 107.245
Gesamtleistung* 118.745 108.254
Personalaufwand 84.340 77.311
Abschreibungen 4.397 4.232
Jahresüberschuss 2.385 2.171

Insgesamt weist der Konzern zum 31.12.2009 eine Bilanzsumme von rund 104 Mio. EUR (Vorjahr 98 Mio. EUR) aus, was einer Steigerung um 6,1 % entspricht.

Kennzahlen aus der Bilanz des Sozialwerks St. Georg (Konzern)
  2009 (in T€) 2008 (in T€)
Anlagevermögen 77.222 72.860
Umlaufvermögen 25.765 24.071
Eigenkapital 27.010 24.620
Langfristiges Fremdkapital 38.983 39.517
Bilanzsumme 103.939 97.950

Die guten Ergebnisse sowohl der Muttergesellschaft Sozialwerk St. Georg e. V. als auch der Tochtergesellschaften belegen die Nachhaltigkeit der Ertragskraft des Gesamtkonzerns. Trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen konnte wie im Vorjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden.

* Gesamtleistung = Gesamterträge + Erträge aus öffentlicher Förderung von Investitionen + Erträge aus der Auflösung von Sonderposten + Sonstige ordentliche Erträge

geschaeftsbericht sozialwerk st georg diagramm umsatzerloese
Zukünftige Risiken und Chancen, Prognose

Für die Jahre 2010 und 2011 erwartet das Sozialwerk eine weiterhin stabil positive Entwicklung. Die bereits abgeschlossenen Pflegesatzverhandlungen in den Bereichen Wohnen und Arbeiten mit einer Laufzeit von zwei Jahren und einer absehbaren Tariflohnsteigerung im öffentlichen Dienst bis 2012 gewährleisten eine sichere Leistungsfinanzierung bei moderat steigenden Personalkosten.

Inwieweit wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren Einfluss auf die bereits belasteten öffentlichen Haushalte haben, bleibt abzuwarten. Die gleichzeitig prognostizierten Fallzahlenentwicklungen der Bundesarbeitsgemeinschaft überörtlicher Sozialhilfeträger lassen aber einen deutlich steigenden Kostendruck erwarten. Tendenziell weiter sinkende Umsätze je Fall werden auch zukünftig Flexibilität und Innovationsmut von dem Personal und der Organisation abverlangen. Gleichzeitig verdeutlicht die gemeinsame Betrachtung ambulanter und stationärer Leistungsangebote den Effekt der Umsatzdegression, die es wiederum ermöglicht mehr Menschen mit vorgegebenem Persönliche Budgets ermöglichen Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen mehr Selbstbestimmung
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Budget
Assistenz zur Verfügung zu stellen.

Mehr und betreuungsintensiveres Klientel wird eine Herausforderung an Personalgewinnung und -qualifikation bedeuten. Die Chancen des Sozialwerks liegen im weiteren Ausbau neuer und alternativer, insbesondere ambulanter, aber auch stationärer Angebote für Menschen mit Assistenzbedarf.

Der Konzernjahresabschluss wurde von der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Münster, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.