Zahlen, Daten, Fakten – das Wirtschaftsjahr 2009
Allgemeine Angaben
Das Gesamtunternehmen Sozialwerk St. Georg mit Konzernsitz in Gelsenkirchen hat im Jahr 2009 in über 3.800 Betreuungsverhältnissen rund 3.300 Menschen mit Assistenzbedarf erreicht. Die rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützten in 51 Einrichtungen und 29 ambulanten Anlaufstellen in ganz Nordrhein-Westfalen Klienten im Rahmen stationärer und ambulanter Angebote in den Bereichen Wohnen und Leben, Arbeit und Teilhabe durch Arbeit und Beschäftigung – ein Leitbegriff im Sozialwerk St. Georg
[Mehr: Klick auf den Begriff]Beschäftigung, Alltag und Freizeit.
Die unterschiedlichen regionalen Dienstleistungen und Spartenangebote erbringt die Führungsgesellschaft des Konzerns, der Sozialwerk St. Georg e. V., durch den im Bereich stationärer Wohnangebote das überwiegende Gesamtgeschäftsvolumen generiert wird, und seine Tochtergesellschaften (in Klammern die Höhe der Gesellschaftsanteile des e. V.):
- Sozialwerk St. Georg Werkstätten: Einrichtungen zur Teilhabe behinderter Menschen
am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben
[Mehr: Klick auf den Begriff]Werkstätten gGmbH, Gelsenkirchen (100 %) - Sozialwerk St. Georg Ruhrgebiet gGmbH – Dienstleistungen für Menschen mit Assistenzbe- darf, Gelsenkirchen (100 %)
- Sozialwerk St. Georg Westfalen-Nord gGmbH – Dienstleistungen für Menschen mit Assi- stenzbedarf, Ascheberg (100 %)
- Sozialwerk St. Georg Westfalen-Süd gGmbH – Dienstleistungen für Menschen mit Assi- stenzbedarf, Schmallenberg (100 %)
- Internat Bad Fredeburg gGmbH, Schmallenberg (100 %)
- ALPHA – Allgemeine psychiatrische Hauskrankenpflege ist die begleitende Unterstützung von Menschen mit psychischen und/oder gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen in der eigenen häuslichen Umgebung
[Mehr: Klick auf den Begriff]Hauskrankenpflege – gGmbH, Gelsenkirchen (100 %) - Sozialwerk St. Georg Bauen und Wohnen GmbH, Schmallenberg (100 %)
- ambient assisted living gemeinnützige GmbH, Gelsenkirchen (100 %)
- AUTEA gGmbH Gemeinnütziges Institut für Autismus ist die schwerste aller Entwicklungsstörungen.
[Mehr: Klick auf den Begriff]Autismus – Beratung und Siehe „Erwachsenenbildung“ bzw. „Personalentwicklung“
[Mehr: Klick auf den Begriff]Fortbildung nach dem TEACCH-Modell, Gelsenkirchen (51 %)
Geschäftsverlauf 2009
Bestimmende Einflussfaktoren des Geschäftsjahres 2009 waren zum Einen die ca. 5 % Anhebung der Grund- und Maßnahmepauschalen für die stationären Wohnangebote und das Betreute Wohnen in Verbindung mit der Tariferhöhung der zweiten Tranche des Tarifabschlusses im Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) 2008/2009 in Höhe von 2,8 % (nebst Einmalzahlung).
Zum Anderen wurde der Bereich Arbeit und Teilhabe durch Arbeit und Beschäftigung – ein Leitbegriff im Sozialwerk St. Georg
[Mehr: Klick auf den Begriff]Beschäftigung zu Beginn des Jahres 2009 erheblich von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise tangiert. So verzeichnete die Sozialwerk St. Georg Werkstätten: Einrichtungen zur Teilhabe behinderter Menschen
am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben
[Mehr: Klick auf den Begriff]Werkstätten gGmbH zeitweise Produktionsauftragseinbrüche in Höhe von 25 %. Dies führte zu einem Rückgang der Umsatzerlöse aus Lohn- und Dienstaufträgen in 2009 insgesamt um 10 %, nachdem sich Mitte des Jahres eine Bodenbildung und seitdem eine leichte Erhöhung der Auftragslage ergeben hat.
Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen von rd. 98 Mio. EUR in 2008 auf 107 Mio. EUR im Jahr 2009. Neben dem Anstieg der Vergütungen war insbesondere eine positive allgemeine Belegungsentwicklung mit 97 % Auslastung im Wohnbereich in Verbindung mit einem Ausbau tagesstrukturierender Angebote und einem fortgesetzten Wachstum der ambulanten Leistungen hierfür bestimmend.
Die drei Tochtergesellschaften Sozialwerk St. Georg Westfalen-Nord gGmbH, Westfalen-Süd GmbH und Ruhrgebiet gGmbH, zuständig für die regionalen Angebote des Betreuten Wohnens, konnten ihre Klientenzahlen von ursprünglich 374 in 2005 auf 782 zum 31.12.2009 steigern.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns versetzte das Unternehmen in die Lage, auch im Jahr 2009 ein erhebliches Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt 10,4 Mio. EUR umzusetzen. Hierdurch ist es möglich, auch in Zukunft bedarfsgerechte Angebote zu gestalten. Unsere langjährigen Partner, die AKTION MENSCH, die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, das Land NRW, der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Bundesagentur für Arbeit unterstützten uns im vergangenen Wirtschaftsjahr mit einem Gesamtvolumen von 3,3 Mio. EUR.
Fördermittel (Zugänge an Investitions- und Personalkostenzuschüssen/Landesmitteln)
| 2009 (in T€) | 2008 (in T€) | |
|---|---|---|
| Aktion Mensch | 856 | 1.143 |
| Stiftung Wohlfahrtspflege | 1.246 | 136 |
| Kreis Siegen-Wittgenstein | 5 | 13 |
| Förderung Land NRW und LWL* | 1.192 | 1.103 |
| Bundesagentur für Arbeit | 4 | 111 |
| Insgesamt | 3.302 | 2.508 |
* Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fördert die Investitionen durch Anteile des Pflegesatzes (Investitionskostenpauschale)
Damit ergibt sich zum 31.12.2009 eine Gesamtleistung* des Konzerns in Höhe von rund 119 Mio. EUR.
Neben den tarifbedingten Lohn- und Gehaltssteigerungen führte eine gestiegene Mitarbeiterzahl, die auch durch eine zunehmend betreuungsintensivere Klientel gewachsen ist, zu einem Anstieg der Personalkosten um rund 7 Mio. EUR auf 84 Mio. EUR, was 72 % der Gesamtkonzernerträge entspricht (ca. 76 % der Gesamtaufwände). Die Sachkosten stiegen belegungsbedingt um 1,3 Mio. EUR auf eine Summe von 16,6 Mio. EUR. Der sich daraus ergebende Jahresüberschuss im Konzern beträgt 2,4 Mio. EUR in 2009, nach 2,2 Mio. EUR im Vorjahr.
Kennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Sozialwerks St. Georg (Konzern)
| 2009 (in T€) | 2008 (in T€) | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 107.019 | 97.532 |
| Gesamterträge | 117.359 | 107.245 |
| Gesamtleistung* | 118.745 | 108.254 |
| Personalaufwand | 84.340 | 77.311 |
| Abschreibungen | 4.397 | 4.232 |
| Jahresüberschuss | 2.385 | 2.171 |
Insgesamt weist der Konzern zum 31.12.2009 eine Bilanzsumme von rund 104 Mio. EUR (Vorjahr 98 Mio. EUR) aus, was einer Steigerung um 6,1 % entspricht.
Kennzahlen aus der Bilanz des Sozialwerks St. Georg (Konzern)
| 2009 (in T€) | 2008 (in T€) | |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 77.222 | 72.860 |
| Umlaufvermögen | 25.765 | 24.071 |
| Eigenkapital | 27.010 | 24.620 |
| Langfristiges Fremdkapital | 38.983 | 39.517 |
| Bilanzsumme | 103.939 | 97.950 |
Die guten Ergebnisse sowohl der Muttergesellschaft Sozialwerk St. Georg e. V. als auch der Tochtergesellschaften belegen die Nachhaltigkeit der Ertragskraft des Gesamtkonzerns. Trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen konnte wie im Vorjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden.
* Gesamtleistung = Gesamterträge + Erträge aus öffentlicher Förderung von Investitionen + Erträge aus der Auflösung von Sonderposten + Sonstige ordentliche Erträge
Zukünftige Risiken und Chancen, Prognose
Für die Jahre 2010 und 2011 erwartet das Sozialwerk eine weiterhin stabil positive Entwicklung. Die bereits abgeschlossenen Pflegesatzverhandlungen in den Bereichen Wohnen und Arbeiten mit einer Laufzeit von zwei Jahren und einer absehbaren Tariflohnsteigerung im öffentlichen Dienst bis 2012 gewährleisten eine sichere Leistungsfinanzierung bei moderat steigenden Personalkosten.
Inwieweit wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren Einfluss auf die bereits belasteten öffentlichen Haushalte haben, bleibt abzuwarten. Die gleichzeitig prognostizierten Fallzahlenentwicklungen der Bundesarbeitsgemeinschaft überörtlicher Sozialhilfeträger lassen aber einen deutlich steigenden Kostendruck erwarten. Tendenziell weiter sinkende Umsätze je Fall werden auch zukünftig Flexibilität und Innovationsmut von dem Personal und der Organisation abverlangen. Gleichzeitig verdeutlicht die gemeinsame Betrachtung ambulanter und stationärer Leistungsangebote den Effekt der Umsatzdegression, die es wiederum ermöglicht mehr Menschen mit vorgegebenem Persönliche Budgets ermöglichen Menschen mit Behinderungen und
Erkrankungen mehr Selbstbestimmung
[Mehr: Klick auf den Begriff]Budget Assistenz zur Verfügung zu stellen.
Mehr und betreuungsintensiveres Klientel wird eine Herausforderung an Personalgewinnung und -qualifikation bedeuten. Die Chancen des Sozialwerks liegen im weiteren Ausbau neuer und alternativer, insbesondere ambulanter, aber auch stationärer Angebote für Menschen mit Assistenzbedarf.
Der Konzernjahresabschluss wurde von der Curacon GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Münster, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.











