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Nadine L. beendet erfolgreich ihre Berufsausbildung: Sozialwerk St. Georg kooperiert in Südwestfalen mit Partnern

Nadine L. (Name geändert) ist jetzt Hauswirtschaftshelferin. Ganz fest hält sie die Urkunde der NRW-Landwirtschaftskammer in ihren Händen. Die will sie nie wieder hergeben.

Nadine L. (21) wohnt im Haus Schmallenberg des Sozialwerks St. Georg. Fachleiter Norbert Schäfers und Bezugsbetreuerin Sarah Meiworm, ihre Kooperationspartner außerhalb und alle anderen Kollegen in der Schmallenberger Einrichtung haben Anteil, dass aus einer fast ausweglosen Situation einer gebremsten jugendlichen Entwicklung eine kleine Erfolgsgeschichte geworden ist. Die könnte am Ende sogar durch Nadines Zukunftswunsch „Ich möchte selbstständig sein” übertroffen werden.

„Drei Jahre Ausbildung in Lüdenscheid hatte sie gemacht, bevor sie zu uns kam”, erinnert sich Norbert Schäfers, und: „Wir wussten, wenn sie zu uns kommt, muss ganz viel unternommen werden, damit sie ihre Ausbildung beenden kann. Das war damals nicht klar, es war eine Hoffnung. Aber es hat hervorragend durch die Zusammenarbeit mit vielen funktioniert.”

Mit dabei waren der Internationale Bund mit dem Büro in Olsberg, die Bundesagentur für Arbeit in Iserlohn und ein landwirtschaftlicher Betrieb und Haushalt im Schmallenberger Ortsteil Bödefeld. Und ganz wichtig: Sarah Meiworm. Sie hat Nadine L. als „Assistenz” – so versteht die Bezugsbetreuerin in diesem Fall ihr Engagement – dabei geholfen. Jeden Morgen ging es mit dem Bus nach Bödefeld - an zwei Tagen in der Woche dann weiter nach Meschede, dann in die Bahn zum Berufskolleg nach Olsberg und am späten Nachmittag gegen 16.30 Uhr zurück. Aufstehen war viele Stunden vorher gegen 5 Uhr. Sarah Meiworm war die erste Fahrt mit dabei.

Norbert Schäfers ist jetzt erfreut: „Wir haben festgestellt, dass es auch woanders enorm viel Kompetenz gibt. Es ist super, dass wir das im Sinne unserer Bewohnerinnen und Bewohner anzapfen konnten. Nadine hätte sonst ihre Ausbildung nicht beenden können“, ist sich der Fachleiter sicher.

Früher, viele Sorgen neben der Ausbildung: Einkaufen für die Familie, um die Oma kümmern, Geldsorgen und immer wieder Krankheit- in Schmallenberg konnte und kann Nadine L. sich nun endlich um ihre Angelegenheiten kümmern. Hier hat sie sich schon um Stellen beworben - bislang noch ohne Erfolg. „Da ich im Moment noch nichts habe, packe ich eben hier an, als Hauswirtschaftshelferin. Das macht Spaß. Ich hab` keine Lust nur rumzugammeln”, sagt Nadine L. Sarah Meiworm: „Nadine L. hat mehr wie andere die Chance, in relativ kurzer Zeit selbstständig zu leben. Ich glaube, dass es viele nicht einschätzen können, welche Leistung dahinter steckt.”

Norbert Schäfers resümiert: „Ihre Ziele hören sich für uns sehr realistisch an.“ Den zukünftigen Arbeitgeber für Nadine stellt er sich als mittelständischen Betrieb in der Nähe, familiengeführt, mit Probezeit vor. Wenn mit Erfolg, dann wäre betreutes Wohnen realistisch. „Sie müsste eigentlich jetzt schon nicht mehr bei uns im Haupthaus wohnen.”

Nadine L. hat aus einer aussichtslosen Situation heraus Hilfe bekommen. Ohne Unterstützung, trotz starken Willens und Lebensmuts, hätte sie es wohl doch nicht geschafft, wieder auf die Beine zu kommen. Der Weg von der alten Heimat nach Schmallenberg war zudem auch nicht einfach. Im Haus Schmallenberg, mit der Urkunde in der Hand und dem Freund, der vor der Tür wartet, sieht die Welt gut aus.


Thomas Günzl