Sozialwerk St. Georg // Jahresbericht 2017

Rechte – Mit Recht ... und Respekt!

2017 war ein Jahr der Wahlen – auf Bundes- wie auf Landesebene. Für James Minter war es dabei besonders wichtig, wählen zu gehen: Das Land Nordrhein-Westfalen hatte vor der Landtagswahl noch rechtzeitig das Landeswahlrecht geändert, so dass auch Menschen mit vollumfänglicher Bestellung eines gesetzlichen Betreuers endlich die Möglichkeit bekamen, die Zukunft ihres Bundeslandes mitzubestimmen. „Ich denke, dass dieser Schritt überfällig war“, meint James Minter. „Und ich empfinde es als Skandal, dass sich auf Bundesebene in diesem Bereich noch nichts getan hat.“ Denn Minter hat selbst erfahren, wie es ist, vom Wählen ausgeschlossen zu sein, als er vor Jahren aufgrund einer Krise in der Psychiatrie war. „Der Ausschluss von einem so elementaren Bürgerrecht gibt einem Menschen das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören“, sagt der in einer Außenwohnung des Hauses Schmallenberg lebende zweite Vorsitzende des dortigen Klientenbeirats.

Das Sozialwerk St. Georg wird sich, wie zahlreiche Verbände und andere Akteure, weiterhin dafür einsetzen, dass der Wahlausschluss von Menschen mit vollumfänglicher Betreuung – bundesweit sind dies rund 80.000 Menschen – endlich auch auf Bundesebene ein Ende hat [vgl. EinBlick 3/2017, S. 15: „Wer hat (nicht) die Wahl?“].

Klientinnen und Klienten erfahren hier, bei der Domäne Rechte, grundsätzlich ihr Recht auf Privatleben, die Möglichkeit zu sagen, was Sie denken, sich politisch zu engagieren und dass man Ihnen zuhört. Dies zeigt sich auch im POS-Mittelwert mit 14,70 von 18 Punkten im stationären Wohnen und 16,30 von 18 Punkten im Ambulant Betreuten Wohnen.

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