Sozialwerk St. Georg // Jahresbericht 2018

Stiftung

Die eigenständige, gemeinnützige und ehrenamtlich geleitete Stiftung Sozialwerk St. Georg unterstützte im Jahr 2018 Projekte rund um das Jahresthema „Gemeinsam. Gewaltfrei. Gleichberechtigt!“.

Dazu gehörte zum Beispiel im Fachdienst Autismus die Anschaffung einer technischen Ausrüstung für die unterstützte Kommunikation. Menschen mit Autismus, die nicht selbstständig kommunizieren können, bekommen so die Möglichkeit, durch ein mit Spezialsoftware ausgestattetes Tablet Wünsche zu äußern oder auch Ungewolltes abzulehnen. Der neue „Anbahnungskoffer“ enthält darüber hinaus viele weitere Hilfsmittel, um Kommunikation und damit eine sprachliche Beziehung zwischen Menschen mit und ohne Assistenzbedarf „anzubahnen“. Für Menschen mit Autismus ist dies die Chance auf ein selbstbestimmteres und im Umgang mit anderen Menschen gleichberechtigtes Leben.

Strukturelle Gewalt zu vermeiden heißt zudem, auf die Bedürfnisse von Menschen angemessen zu reagieren. Am Niederrhein konnte dank der Stiftung im Juni 2018 ein demenzgerechter Erlebnisgarten eingeweiht werden. In diesem können Menschen aus dem Demenzkompetenzzentrum Neukirchen-Vlyn selbst eingepflanztes Gemüse und Kräuter ernten und in den Wohngemeinschaften verkochen. Ein Hochbeet, eine Holzbrücke und ein Erlebnisweg ermöglichen weitere spannende Sinneserfahrungen.

Im neuen Bereich für Menschen mit Schwerstmehrfach-Behinderungen der Lenne-Werkstatt wurde mit Hilfe der Stiftung ein „Snoezelraum“ eingerichtet. In diesem können sich Menschen mit erhöhtem Assistenzbedarf zwischen den Arbeitseinheiten auf einer Liege oder einem Sitzsack entspannen. Beruhigende Lichteffekte, gepaart mit leisen Klängen und Melodien, tragen zum Wohlbefinden bei.

Mit Lichteffekten ganz anderer Art begeistert jetzt das Gelsenkirchener Theater Blitzlicht aus dem Bereich Ruhrgebiet (siehe Foto). Die Klientinnen und Klienten freuen sich, dass sie mit der von der Stiftung finanzierten neuen Lichtanlage technisch wieder aus dem Vollen schöpfen können. Zuvor waren die Klientinnen und Klienten der Gruppe gezwungen, auf ihr berühmtes Schwarzlichtprogramm zu verzichten, da die alten Röhren einfach nicht mehr hell genug waren. Mit der neuen Technik kann die Theatergruppe jetzt wie andere Ensembles auch, auf verschiedenen Bühnen auftreten, neue Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen.

Auch in Westfalen-Nord hatten die Klientinnen und Klienten auf dem Bauernhof in Ascheberg die Möglichkeit zu zeigen, was in ihnen steckt. Dank der Stiftung wurde hier der erste „Ascheberger Schlepper- und Geräte-Oldtimer-Treffen mit Pflugtag“ organisiert, der viele Bürgerinnen und Bürger aus Ascheberg anlockte. Die Klienten gaben hier gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Ausstellern Einblicke in die Landwirtschaft und ihre tägliche Arbeit. Zudem übernahmen sie das Catering. Die Menschen auf dem Bauernhof zeigten sich hier somit als ein wichtiger und gleichberechtigter Teil der Stadt Ascheberg.

Dies sind nur einige wenige Beispiele für Förderprojekte des vergangenen Jahres.
Lesen Sie über weitere Projekte in unserem Stiftungsbrief.


Die Spendeneingänge der Stiftung beliefen sich im Jahr 2018 insgesamt auf rund 44.000 € (2017: rund 46.000 €). Sämtliche Spenden werden in der Stiftung Sozialwerk St. Georg zeitnah für die jeweiligen satzungsmäßigen Zwecke eingesetzt. Weitere Informationen sind zu finden unter www.stiftung-st-georg.de