Sozialwerk St. Georg // Jahresbericht 2017

Wissen, was wirkt

Die Qualität einer Dienstleistung einzuschätzen, kann, je nach Komplexität dieser Dienstleistung, einfacher oder schwieriger sein. Relativ leicht fällt zum Beispiel noch die Einschätzung der Qualität einer Mahlzeit in einem Restaurant – abhängig vom persönlichen Geschmack, der Hochwertigkeit der verwendeten Zutaten oder der Zubereitung: Hier im Bild sehen wir den bekannten Moderator und ehemaligen Profisportler Rudi Cerne im inklusiven „Bistro AufSchalke“ des Sozialwerks, wo Menschen mit und ohne Assistenzbedarf gemeinsam auf Augenhöhe arbeiten. Cerne drehte dort als Botschafter der Aktion Mensch einen Kurzfilm mit Bekanntgabe der Gewinner der Aktion-Mensch-Lotterie, der im Januar 2017 im ZDF ausgestrahlt wurde. Er gab nach einem Speisentest sein Qualitätsurteil ab: „Wunderbar!“ (EinBlick 1/2017, S. 30).
Ungleich vielschichtiger ist es, die sozialen Dienstleistungen des Sozialwerks mit umfassendem Blick auf die Lebensqualität des einzelnen Klienten zu messen. 
Dabei rückt das Thema „Wirkung“ durch die Veränderungen des Bundesteilhabegesetzes auch für das Sozialwerk noch mehr in den Fokus. Dahinter steht heute und in Zukunft die Frage, welchen konkreten Nutzen die erbrachten Leistungen für die Klientinnen und Klienten haben. „Wirkungsorientiertes Controlling (WoC)“, das die Wirkung der sozialen Dienstleistung messbar macht, ist die Antwort des Sozialwerks darauf – wissenschaftlich fundiert, in Zusammenarbeit mit der auf Wirkungsanalysen spezialisierten Unternehmensberatung xit und Hochschulpartnern entwickelt und eingeführt.
Wie kann es uns also gelingen, gemeinsam mit Menschen mit Assistenzbedarf deren Unabhängigkeit als Person, gesellschaftliche Teilhabe und Wohlbefinden zu stärken?
Die „Personal Outcomes Scale“ (POS) bildet vor den Anforderungen der UN-Konvention und des BTHG seit der Einführung des Assistenzkonzepts „Qualität des Lebens“ im Jahre 2012 im Sozialwerk St. Georg die „Brücke zur Wirksamkeit“.
Die POS-Ergebnisse 2017 haben Sie für die einzelnen Domänen, die Lebensbereiche, auf den vorigen Seiten bereits kennengelernt. Hier geht es jedoch nicht um eine reine Punktmaximierung; im Fokus stehen vielmehr passgenaue Zukunftsziele und Maßnahmen, die den Menschen auf seinem Weg zur Teilhabe unterstützen.
Beim Wirkungsorientierten Controlling geht es genau darum: zu fragen, ob die erbrachten Leistungen passgenau und wirtschaftlich sind - und damit die Produktivität der sozialen Dienstleistung in den Blick zu nehmen.
Wie dies im Einzelnen funktioniert, dazu erfahren Sie mehr im EinBlick 4/2016 (S. 17) und auf der neuen Internetseite des Sozialwerks: www.pos-misst-lebensqualität.de