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„D_menz verstehen“

19.02.2019

Bildungskurs „Älterwerden ist nichts für Feiglinge“ abgeschlossen

„D_menz verstehen“

16 Teilnehmer aus drei Einrichtungen der Behindertenhilfe kamen Mitte Dezember 2018 zusammen, um in der Kirche St. Anna gemeinsam ihren Abschluss vom Bildungskurs „Älter-werden ist nichts für Feiglinge“ zu feiern. In 16 Wochen setzten sich die älteren Teilnehmenden mit geistiger Behinderung gemeinsam mit dem eigenen Älterwerden auseinander und reflektierten die eigene Biografie. Darauf aufbauend wurde das Krankheitsbild Demenz und mögliche soziale Auswirkungen behandelt.

Kursleiterin Luisa Borgmann ist sehr stolz auf die gute Zusammenarbeit mit den Teilnehmern. „Ich werde die gemeinsame Zeit sehr vermissen, alle haben wunderbar mitgemacht“ sagt die Heilpädagogin Luisa Borgmann. Gemeinsam mit der Gesundheits- und Krankenpflegerin Felicitas Grundmann hat sie den Bildungskurs über ein Jahr in sechs Einrichtungen durchgeführt.

Von August bis Dezember haben auch sechs Klienten aus dem Sozialwerk St. Georg teilgenommen. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, danke“ sagt Piet Kleine (Name geändert), ein Bildungskursteilnehmer und Besucher der TAS-Vielfalt bei der Ehrung mit einer Urkunde und einer Rose. Am Ende möchte er noch ein gemeinsames Erinnerungsfoto haben. Dabei darf Martha nicht fehlen. Die Handpuppe hat während des Kurses ihre eigene Biografie bekommen. Schleichend hat sie immer mehr Anzeichen einer Demenz gezeigt, wodurch greifbar über die Symptome einer Demenz gesprochen werden konnte. Viele der Teilnehmer haben selbst schon Erfahrungen mit Menschen mit Demenz gemacht. Manchmal waren es Familienangehörige, oft leben die Teilnehmenden mit Demenz-Betroffenen in ihrer Einrichtung zusammen. „Durch die Erfahrungen der Teilnehmer und die Verhaltensweisen von Martha konnten viele demenzspezifische Verhaltensweisen zugeordnet werden. Gemeinsam wurde dann überlegt, was man bei bestimmten Situationen tun kann“, erklärt die Kursleiterin. Zusammen mit verschiedenen praxisnahen Methoden konnten die Teilnehmer dementielle Veränderungen und dessen Auswirkungen besser begreifen, Kompetenz im Umgang aufbauen und Verständnis für auftretende Situationen aufbringen.  

Demenz nimmt in Einrichtungen der Behindertenhilfe einen immer größeren Raum ein. Menschen, die in diesen Einrichtungen leben, werden zunehmend älter. Damit erhöht sich auch die Anzahl an Demenzerkrankungen bei Menschen mit geistiger Behinderung. An diesen Punkt knüpft das dreijährige Projekt D_MENZ VERSTEHEN an. Ziel des Projektes ist es, Menschen die in der Behindertenhilfe leben und arbeiten, über das Älterwerden und Demenz mit geistiger Behinderung zu informieren und dafür zu sensibilisieren. Für das letzte Projektjahr 2019 werden die Inhalte des Bildungskurses in einem Praxishandbuch veröffentlicht. Darin werden die 16 Bildungsmodule mit dem nötigen Hintergrundwissen, einer Praxisanleitung und dem Arbeitsmaterial vorgestellt. Mitarbeiter der Behindertenhilfe erhalten praxisnahe Tipps und alle Informationen zur Umsetzung, um in der eigenen Einrichtung Bildungskurse anzubieten, oder gezielt einzelne Themen in leichter Sprache zu vermitteln.  

Im zweiten Halbjahr 2019 bietet die Caritas Fachstelle Demenz Gelsenkirchen fünf Workshops an, in denen der Ablauf, das Material und relevantes Hintergrundwissen gezielt erläutert werden. Interessierte Mitarbeitenden aus der Behindertenhilfe können sich ab sofort anmelden. Alle Termine und Anmeldeinformationen für die Workshops, sowie weitere Informationen erhalten Sie unter: www.caritas-gelsenkirchen.de/fs-demenz/demenz-verstehen.

Luisa Borgmann, Fachstelle Demenz

 

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