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Wochenendrebellen begeistern Zuhörer

19.08.2019

Das Publikum im Schacht Bismarck erlebt eine Lesung, in der es um viel mehr geht als Fußball

Wochenendrebellen begeistern Zuhörer

Jason (v.li) mit Vater Mirco und Martin Klinkhammer, Geschäftsführer der AUTEA GmbH. Die Tochterfirma des Sozialwerks St. Georg veranstaltete im Mai 2019 eine Internationale Autismus-Tagung, an der auch die „Wochenendrebellen“ teilnahmen. Als Dank für ihre spontane Bereitschaft, im Schacht Bismarck zu lesen, überreichte Klinkhammer ein unterschriebenes Trikot des Fußballvereins Schalke 04. Dieses wird für einen guten Zweck versteigert.

Samstag, 17. August, in der Kaue Schacht Bismarck, 18.00: Mirco von Juterczenka und sein Sohn Jason sitzen an einem Tisch, der bedeckt ist mit verschiedenfarbigen Fußballschals. Sie sind hier, um aus ihrem Buch zu lesen.

„Wir Wochenendrebellen“ handelt von der Reise der beiden zu den verschiedenen Fußballstadien Europas. Denn Jason will seinen Lieblingsverein finden. Und dies funktioniert für den Jungen mit Asperger-Syndrom nur, wenn er alle Vereine kennengelernt hat. Um in die nähere Auswahl zu kommen, müssen die Vereine zudem strenge Kriterien erfüllen: Sie dürfen zum Beispiel kein Maskottchen haben oder vor dem Anpfiff einen Spielerkreis machen. Sich an bestimmte Richtlinien und Regeln zu halten spielt für Jason eine wichtige Rolle – und das zu jeder Zeit und überall. So auch an diesem Samstagabend.

Der 14-Jährige achtet nicht nur streng auf Pünktlichkeit, sondern gibt zudem genaue Anweisungen, als die Zuhörer darüber abstimmen sollen, welches Kapitel aus dem Buch sie gerne hören möchten. Jeder muss mitmachen und es ist verboten, die Hand zu schnell wieder herunterzunehmen. Das Publikum folgt den Vorgaben des Jugendlichen und beobachtet fasziniert, wie Vater und Sohn miteinander interagierten. Denn Jason ist nicht geneigt, die Erzählungen seines Vaters über das Fußballprojekt, die Familienstruktur und die von Jason immer wieder erwähnte Familienvereinbarung unkommentiert zu lassen. Vielmehr ist ihm wichtig, den Menschen in der Kause seine Sicht der Dinge darzustellen. Dabei geht es oft sehr humorvoll zu – wie etwa bei der Geschichte, dass Jason lieber zu einem Spiel des VfR Aalen reisen wollte als zum Champions League Finale nach Istanbul. Er hat eben strenge Regeln – und Fliegen kommt aus ökologischer Sicht nicht in Frage. Die Anreise zu den Spielen erfolgt grundsätzlich mit der Bahn, am liebsten im Schlafwagen.

Nur noch wenig um Fußball geht es im zweiten Teil des Abends, an dem die Zuhörer Fragen stellen können. Bei der Beantwortung streuen Vater und Sohn immer wieder Anekdoten aus ihrem gemeinsamen Leben ein. Dabei wird deutlich, dass es bei dem Projekt nur am Rande um Fußball geht. Im Mittelpunkt steht für Mirco von Juterczenka der Wunsch, eine Bindung zu seinem Sohn aufzubauen und für ihn da zu sein.  

Regina Bruns      

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