30 Jahre Bauen und Wohnen
Auf dem einen Bildschirm waren es die Häuser, auf dem anderen die Menschen. 30 Jahre Sozialwerk St. Georg Bauen und Wohnen gGmbH wurden beim Festakt im Veranstaltungszentrum Kaue auf dem Gelände des Schachts Graf Bismarck in Bildern lebendig: Während auf einem Monitor Gebäude aus den vergangenen Jahrzehnten zu sehen waren, zeigte der zweite Fotos aus dem Arbeitsalltag des Teams – gemeinsame Runden, Ausflüge und Kolleg:innen von damals. Noch bevor der Festakt begann, blieben Gäste davor stehen, erkannten sich und andere wieder und amüsierten sich über manches Bild aus vergangenen Zeiten.
Mehr als 45 Gäste waren am heutigen Freitagmorgen gekommen, um gemeinsam zurückzublicken. „Wenn wir heute über Bauen und Wohnen sprechen, geht es natürlich um Häuser und Wohnungen. Aber eigentlich geht es um viel mehr: nämlich um die Frage, wie Menschen mit Assistenzbedarf gut und selbstbestimmt wohnen können“, sagte Konzerngeschäftsführer Wolfgang Meyer zur Begrüßung.
Gemeinsam mit Heinrich Thumann, dem ersten technischen Geschäftsführer, und Sebastian Clausen, dem heutigen Geschäftsführer, blickte Meyer auf die Entwicklung von Bauen und Wohnen zurück. Die Geschäftsführung der Gesellschaft hatte er in der Vergangenheit zudem mehrfach übergangsweise übernommen. Zu den Gästen gehörte auch Gerald Hochkamer, der über viele Jahre Geschäftsführer von Bauen und Wohnen war.
Von den Anfängen bis heute
Als Bauen und Wohnen 1996 gegründet wurde, bestand in zahlreichen Gebäuden des Sozialwerks erheblicher Investitionsbedarf. Wohnbedingungen sollten verbessert, Häuser saniert oder durch Neubauten ersetzt werden. Die Gründung einer eigenen Gesellschaft eröffnete dafür neue Möglichkeiten – unter anderem beim Zugang zu Fördermitteln für den sozialen Wohnungsbau.
Wie diese Anfangsjahre aussahen, erzählte Heinrich Thumann sehr anschaulich. Sein Arbeitsgebiet erstreckte sich über weite Teile Nordrhein-Westfalens. Zwischen Schmallenberg und Gelsenkirchen und darüber hinaus war er immer wieder unterwegs, um Grundstücke und Gebäude anzusehen und Bauprojekte zu begleiten. Und manchmal musste er auch Nein sagen: etwa wenn aus den Einrichtungen Änderungswünsche kamen, obwohl Planung und Ausschreibung bereits abgeschlossen waren und Kosten und Zeitplan eingehalten werden mussten.
Wichtig war Thumann beim Rückblick vor allem das Team: „Ich habe damals eine gute Mannschaft gehabt. Ohne die hätten wir auch nicht so gute Ergebnisse erzielt.“
Die Anforderungen haben sich seitdem verändert. Selbstbestimmung und individuellere Wohnformen sind stärker in den Mittelpunkt gerückt, zugleich sind die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gewachsen. Sebastian Clausen verwies unter anderem auf steigende Kosten und die zunehmend schwierige Finanzierung bezahlbaren Wohn- und Arbeitsraums. Auch Energieeffizienz und die Frage, wie sich die Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen verringern lässt, beschäftigen Bauen und Wohnen heute.
25 von 30 Jahren dabei
Fast die gesamte Geschichte von Bauen und Wohnen hat Georg Haefs miterlebt: Beim Festakt wurde er für sein 25-jähriges Dienstjubiläum geehrt. In dieser Zeit hat er zahlreiche Projekte begleitet. Bei der Ehrung wurde auch seine enge Verbundenheit mit dem Sozialwerk und seinen Zielen deutlich. Passend zum Jubiläum gab es für ihn ein ganz persönliches Geschenk: ein T-Shirt mit der Aufschrift „25 Jahre Bauen und Wohnen“, das Haefs direkt anzog.
Der Blick geht nach vorn
Zum Jubiläum blieb es nicht beim Rückblick. Als Jubiläumsprojekt unterstützt Bauen und Wohnen Flöz Sonnenschein in Gelsenkirchen. Das Projekt des Sozialwerks richtet sich an Menschen, die Assistenz, Pflege oder beides benötigen. Geplant sind unterschiedliche Wohnangebote, in denen Teilhabe und Pflege von Beginn an gemeinsam gedacht werden.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens sammelt Bauen und Wohnen Spenden für das Projekt. Diese fließen nicht in den Bau, sondern sollen den künftigen Bewohner:innen zusätzliche Möglichkeiten für Gemeinschaft und Teilhabe eröffnen – etwa durch gemeinsame Ausflüge, Freizeitaktivitäten oder besondere Mobilitätsangebote. Beim Festakt machten Flyer mit einem QR-Code auf die Spendenaktion aufmerksam.
Mehr über das Projekt Flöz Sonnenschein und Spendenmöglichkeit finden Sie hier



