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Sich bewegen, ohne Angst vor einem Sturz haben zu müssen. Selbstständig essen, auch wenn die eigenen Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Oder einen Ort erkunden, den man selbst wahrscheinlich nie bereisen kann: Beim NRW-Tag 2026 in Münster konnten Besucher:innen erleben, welche Möglichkeiten Assistive Technik Menschen mit Assistenzbedarf im Alltag eröffnen kann.

Drei Tage lang war dort das von der Sozialstiftung NRW geförderte Verbundvorhaben „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“ vertreten. Im Mittelpunkt standen unter anderem zwei Technologien, die ganz unterschiedliche Bereiche des Alltags betreffen: das Bike Labyrinth, das Bewegung mit virtuellen Ausflügen verbindet, und OBI von Kinova, ein robotergestütztes Essassistenzsystem.

Beim Bike Labyrinth sitzen die Nutzer:innen auf einem Stuhl vor einem Bildschirm und bewegen sich durch das Treten der Pedale virtuell durch Städte und Landschaften. Gerade für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, kann das neue Möglichkeiten eröffnen. Ältere Besucher:innen berichteten beim NRW-Tag beispielsweise, dass sie sich beim Training sicher fühlten, weil sie keine Angst vor Stürzen haben mussten. Auch nach Operationen könne das System dabei helfen, wieder in Bewegung zu kommen, ohne den Körper zu stark zu belasten.

OBI setzt an einer anderen alltäglichen Situation an: dem Essen. Das System unterstützt Menschen, die dabei auf Assistenz angewiesen sind, indem es Speisen aufnimmt und zum Mund führt. So kann ein Vorgang, bei dem sonst die Unterstützung einer anderen Person notwendig wäre, wieder stärker selbstbestimmt gestaltet werden.

Wie unterschiedlich Assistive Technik erlebt werden kann, zeigte sich beim NRW-Tag immer wieder. Eine Besucherin wählte für ihre Tour mit dem Bike Labyrinth beispielsweise Salzburg – eine Stadt, die sie bislang nur aus Büchern kannte und vermutlich nie selbst bereisen kann. Nun konnte sie zumindest virtuell durch die Straßen und Gassen fahren. Dabei stellte sie überrascht fest, dass eine Gasse deutlich schmaler war, als sie sie sich beim Lesen vorgestellt hatte.

Auch viele Kinder zog das Bike Labyrinth an. Manche Beine waren zwar noch etwas zu kurz, um die Pedale richtig zu erreichen – ausprobiert wurde trotzdem. Bei OBI wiederum waren die Bonbons besonders gefragt: Die Besucher:innen konnten sich eines vom Roboter anreichen lassen und so selbst erleben, wie das Essassistenzsystem funktioniert.

Neben Bike Labyrinth und OBI informierten sich viele Gäste über weitere Assistive Technologien, darunter Tür- und Deckensensoren der inhaus GmbH. Dabei ergaben sich zahlreiche Gespräche über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Technik und darüber, wo sie Menschen im Alltag unterstützen kann.

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