„Menschenrechte sind nicht verhandelbar“
„Warum schreien hier denn alle so laut?“ Diese Frage stellte ein Jugendlicher aus dem Sozialwerk beim Protestmarsch in Schmallenberg im vergangenen Jahr. Pola Plate, Bereichsleiterin der Kinder & JugendRäume, erinnert sich gut an diesen Moment. Ihre Antwort damals: „Weil wir laut sein dürfen – und weil es wichtig ist.“
Der Marsch gehörte zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Rund um den 5. Mai gehen jedes Jahr in vielen Städten Menschen auf die Straße. Der Protesttag erinnert daran, dass viele Menschen mit Assistenzbedarf noch immer auf Barrieren stoßen – im öffentlichen Raum, im Alltag oder bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Auch in diesem Jahr wird es in Schmallenberg wieder Aktionen rund um den Protesttag geben. Viele Akteur:innen organisieren die Veranstaltungen gemeinsam – darunter die Behinderteninteressenvertretung, das Kulturbüro und Vertreter:innen der Stadt, der Jugendtreff, das Bunte Bündnis, Team Impuls, die Caritas, die EUTB sowie viele ehrenamtlich engagierte Menschen. Die Lenne-Werkstatt hat dafür eine Förderung bei Aktion Mensch beantragt. Der Protesttag steht in diesem Jahr unter dem bundesweiten Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.
Viele Menschen aus dem Sozialwerk und aus Schmallenberg bringen sich bereits in die Vorbereitung ein. Ziel ist es, gemeinsam ein Zeichen für mehr Teilhabe und gegen Ausgrenzung zu setzen.
Bürger:innen sind eingeladen mitzumachen
Schon im vergangenen Jahr war die Atmosphäre beim Protestmarsch offen und lebendig. Menschen aus dem Sozialwerk, Bürger:innen der Stadt sowie verschiedene Initiativen liefen gemeinsam durch Schmallenberg und kamen anschließend auf dem Schützenplatz miteinander ins Gespräch.
Auch in diesem Jahr sind alle Bürger:innen eingeladen, sich zu beteiligen – beim Protestmarsch selbst oder bei den Veranstaltungen rund um den Protesttag.
Der Protestmarsch durch die Stadt bildet den Höhepunkt der Aktionstage. Treffpunkt ist der Schützenplatz. Von dort aus ziehen die Teilnehmenden gemeinsam durch Schmallenberg. Anschließend gibt es auf dem Platz ein buntes Programm mit Redebeiträgen, Musik und Begegnung.
Ein internationales Fingerfood-Buffet sowie Kaffee und Kuchen vom Café Freds laden dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Geplant sind außerdem musikalische Beiträge, unter anderem von einem Projektchor des Sozialwerks und dem Gebärdenchor der Kardinal-von-Galen-Schule.
Weitere Veranstaltungen rund um den Protesttag
Neben dem Protestmarsch gibt es mehrere Möglichkeiten, sich zu beteiligen: einen Filmabend, gemeinsame Plakataktionen, Infostände in der Stadt, ein Konzert sowie weitere Aktionen. Alle Veranstaltungen sind offen für Interessierte.
Termine rund um den Protesttag in Schmallenberg
22. April, 19 Uhr – Kino Habbels
Filmabend der Reihe „WirWerk“ mit dem Dokumentarfilm Crip Camp. Der Film erzählt von der Entstehung der Behindertenrechtsbewegung und stimmt auf den Protesttag ein. Der Eintritt ist frei.
25. April & 2. Mai – Schützenplatz Schmallenberg
Infostand mit Pavillon. Engagierte informieren über den Protesttag, kommen mit Passant:innen ins Gespräch und laden zum Mitmachen ein.
27. & 28. April – „Dritter Ort“, Touristikzentrum Schmallenberg
Gemeinsames Plakategestalten für den Protestmarsch und Austausch über Barrieren, Rechte und Ideen für eine inklusive Zukunft.
8. Mai, 18 Uhr – Altes Sägewerk Schmallenberg
Konzertabend unter dem Motto „Laut werden gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ mit den Bands Kosmonovski (Rheine) und Red Dust (Schmallenberg). Der Eintritt ist frei.
9. Mai, 11 Uhr – Schützenplatz Schmallenberg
Protestmarsch durch die Stadt zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Anschließend buntes Programm auf dem Schützenplatz mit Musik, Redebeiträgen, internationalem Fingerfood-Buffet sowie Kaffee und Kuchen vom Café Freds.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es hier.
