Mit Autokorso gegen geplante Einschnitte in der Pflege
Sieben Pflege- und Betreuungsdienste aus Soest machen am Dienstag gemeinsam auf ihre Sorgen angesichts der geplanten Pflegereform aufmerksam. Dafür schicken sie einen großen Autokorso durch die Stadt. Mit initiiert hat die Aktion die Sozialwerk St. Georg Care. Beteiligt sind unter anderem auch Home Instead, der Flamingo Pflegeservice und DUO Scholl’s Pflegedienst.
Um 14 Uhr sollen sich die Fahrzeuge an der Französischen Kapelle in Bewegung setzen – und damit an einem der Soester Standorte der Sozialwerk St. Georg Care. Von dort führt der Korso durch weite Teile des Stadtgebiets und endet gegen 15.30 Uhr wieder am Ausgangspunkt. Erwartet werden 80 bis 100 Teilnehmende und rund 80 Fahrzeuge. Die Polizei wird die Demonstration begleiten.
Sorge vor Einschnitten in der Versorgung
Hintergrund sind die derzeit diskutierten Pläne zur Neuordnung der Pflegeversicherung. Die beteiligten Dienste befürchten unter anderem Einschnitte bei der Verhinderungspflege und Veränderungen bei weiteren Pflegeleistungen. Beschlossen sind die Reformpläne bislang nicht.
„Wenn die Pflegereform so kommt, wie sie jetzt im Entwurf steht, wird das ein herber Einschnitt“, sagt Juan Moya, inhaltliche Gesamtleitung der Sozialwerk St. Georg Care. Er befürchtet, dass pflegebedürftigen Menschen künftig weniger Geld für Pflege und Betreuung zur Verfügung stehen und dadurch Versorgungslücken entstehen könnten.
Grundsätzlich stellen die beteiligten Dienste die Notwendigkeit einer Reform nicht infrage. „Man muss sparen, das wissen wir – aber vielleicht anders“, sagt Moya. Mit dem Autokorso wollen sie Aufmerksamkeit für die möglichen Folgen der derzeitigen Pläne schaffen und eine breitere Diskussion anstoßen. Unter Botschaften wie „Pflegereform ja – aber mit Hand und Fuß“ werden die Fahrzeuge am Dienstag durch Soest fahren.