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Als Rebecca Seekamp das erste Mal von der Weiterbildung zur „seelsorglichen Begleitung“ hörte, wusste sie sofort: Das ist genau das, was ich tun möchte. „In unserer Arbeit geht es immer um Menschen, um Lebenswege, um das, was jemanden bewegt“, erzählt sie. „Und für die seelsorgliche Begleitung bekomme ich dafür zusätzliche Zeit geschenkt – Zeit, die ich für den oder die Einzelne:n sinnstiftend nutzen kann.“ Seit 18 Jahren arbeitet Rebecca Seekamp bereits im Assistenzdienst an verschiedenen Standorten in Siegen und seit vielen Jahren im Haus Geisweid. Die neue Qualifizierung ergänzt ihren Arbeitsalltag nun um einen weiteren Aufgabenbereich. Dafür erhält sie zusätzliche Stunden – finanziert vom Erzbistum Paderborn, ebenso wie die gesamte Weiterbildung.

Die Möglichkeit zur Teilnahme ergab sich durch eine Rundmail von Regionalleiter Carsten Stolz, der Mitarbeitende dazu einlud, sich für die Weiterbildung zu melden.

Gemeinsame Qualifizierung

Dass auch Susanne Fabri, die für die Stabsstelle Seelsorge im Sozialwerk zuständig ist, an derselben Weiterbildung teilnahm, war für beide eine schöne Überraschung. Gemeinsam erlebten sie die Module in Winterberg als intensive, bereichernde Zeit. Durchgeführt wurde die Qualifizierung vom Caritasverband. Für Fabri ist die seelsorgliche Begleitung eng mit ihrem Auftrag im Sozialwerk verbunden; für Seekamp ist es ein neuer Schwerpunkt, der ihre langjährige Arbeit im Haus Geisweid um eine spirituelle Dimension erweitert. Beide verbindet das Anliegen, Menschen im Sozialwerk Orientierung, Entlastung und Räume für Sinnsuche zu eröffnen.

Die mehrmonatige Weiterbildung selbst war umfassend: Grundlagen der Seelsorge, Gesprächsführung, Achtsamkeit, Biografiearbeit und ethische Fragen standen ebenso im Mittelpunkt wie Schweigepflicht, Abgrenzung und der Umgang mit Krisensituationen. Ein zentrales Element ist der vertrauliche Rahmen der Gespräche: Sie werden nicht dokumentiert, es sei denn, es besteht eine Eigen- oder Fremdgefährdung oder es gibt Hinweise auf Missbrauch.

Neben vertraulichen Gesprächen kann Seekamp künftig auch spirituelle Impulse anbieten – etwa kurze Achtsamkeitsübungen, kleine Texte, Gebete oder begleitete Besuche von Gottesdiensten. „Es geht darum, da zu sein. Menschen spüren zu lassen, dass sie gesehen werden“, beschreibt sie ihren Ansatz.

Am 19. November 2025 wurden Rebecca Seekamp und Susanne Fabri im Paderborner Dom offiziell beauftragt. Seitdem setzt Seekamp im Haus Geisweid erste seelsorgliche und spirituelle Impulse um – niederschwellig, behutsam und individuell. Ebenso wie Susanne Fabri sieht sie ihre Angebote als Einladung, innezuhalten, Kraft zu schöpfen und der eigenen Sinnsuche Raum zu geben.

 

 

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