Sommerfest INKLUSIVE: Ein Fest mitten im Ort
Rund 800 Besucher:innen, mehr als 170 ehrenamtlich Engagierte und ein Gottesdienst unter freiem Himmel: Das erste Sommerfest INKLUSIVE des Sozialwerks St. Georg fand auf dem gemeinsamen Gelände von Katharinenstift, Netzwerk und Werkhaus (Ecke Bahnhofsweg 7/Nordkirchener Strasse 2 und 4) in Ascheberg statt und wurde zu einem starken Zeichen gelebter Teilhabe.
Die Idee für das Fest geht auf einen Wunsch von Klient:innen zurück. Viele erinnerten sich an frühere gemeinsame Feste auf dem Bauernhof, insbesondere an die dort stattfindenden Erntedankfeste, und wünschten sich erneut eine große Veranstaltung, bei der Menschen aus dem Sozialwerk und Bürger:innen aus Ascheberg zusammenkommen und miteinander feiern. Aus diesem Wunsch heraus entstand das Sommerfest INKLUSIVE als neue große Gemeinschaftsveranstaltung auf dem gemeinsamen Gelände der Einrichtungen.
Gottesdienst unter freiem Himmel
Schon der Auftakt machte das sichtbar: Der katholische Sonntagsgottesdienst der Kirchengemeinde St. Lambertus wurde aus der Kirche auf das Gelände verlegt. Klient:innen gestalteten ihn aktiv mit. Die Schreibwerkstatt steuerte Texte zum Gleichnis vom verlorenen Sohn bei, außerdem formulierten Menschen mit Assistenzbedarf eigene Fürbitten und Gedanken zum Evangelium. Die Musikgruppe des Werkhauses begleitete unter der Leitung des Persönlichen Assistenten und Ergotherapeuten Georg Lauterbach die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. So feierten Gemeindemitglieder, Menschen aus dem Sozialwerk und Besucher:innen gemeinsam Gottesdienst.
„Wir wollten Menschen zusammenbringen und Begegnungen ermöglichen“, sagt Jörg Stratmann, Fachleiter im TSA-Verbund Ascheberg Werkhaus – Katharinenstift – Bauernhof und Hauptorganisator des Festes. „Es geht darum, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen und sich begegnen.“
Das Sommerfest war bewusst als Verbundveranstaltung angelegt. Beteiligt waren das Werkhaus, das Netzwerk und das Katharinenstift in Ascheberg, der Bauernhof, das Haus Davert in Ottmarsbocholt sowie die BeWo-Standorte der Region. Klient:innen, Teilhabebegleitungen und Mitarbeitende aus allen Bereichen wirkten aktiv mit und machten das Fest zu einem gemeinsamen Projekt über Standortgrenzen hinweg. Mit dabei waren außerdem die Sozialwerk St. Georg Care, die ihre Angebote im Kreis Coesfeld präsentierte, sowie die Emscher-Werkstatt, die aktuell ein neues Angebot auf dem Bauernhof aufbaut.
Kinder, Musik und Mitmachangebote
Den ganzen Tag über nutzten viele Familien mit Kindern die zahlreichen Angebote. Hüpfburg, Kinderschminken, Buttonwerkstatt, große Bausteine, kreative Aktionen und die Löschwand der Jugendfeuerwehr machten das Fest zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Generationen. Musikgruppen, Chöre, Samba-Percussion und ein Kinderzirkus sorgten für ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm.
Alle Mitwirkenden traten dabei ohne Gage auf. Ob Musikgruppen, Kinderzirkus oder weitere Beteiligte – das gesamte Bühnenprogramm wurde ehrenamtlich gestaltet und trug wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Festes bei.
Offene Türen und Einblicke in den Alltag
Auch der Tag der Offenen Tür war ein wichtiger Bestandteil. Die Idee kam von den Klient:innen selbst, die zeigen wollten, wie sie leben und arbeiten. Besucher:innen erhielten Einblicke in Wohngruppen und Tagesstrukturen und kamen mit Bewohner:innen direkt ins Gespräch.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war das große Engagement aus dem Umfeld des Sozialwerks: Viele Mitarbeitende hatten ihre Familien, Freund:innen und Bekannten eingebunden, die sich ebenfalls aktiv beteiligten und das Fest mitgestalteten. So entstand ein starkes gemeinschaftliches Miteinander über die Einrichtungen hinaus.
Dass das Fest in dieser Form möglich wurde, lag am großen Engagement vieler Helfer:innen: Rund 60 Personen unterstützten an Ständen und bei der Bewirtung, insgesamt engagierten sich mehr als 170 Menschen ehrenamtlich. Hinzu kamen zahlreiche Sach- und Geldspenden für die Tombola mit 4.500 Gewinnen.
„Gerne kann ein solches Fest wiederholt werden“, sagt Jörg Stratmann rückblickend. „Es ist wichtig, dass Menschen sich begegnen und erleben, dass Teilhabe im Alltag ganz selbstverständlich gelebt wird.“







