Schriftgröße anpassen:  
    Verlinkungen hervorheben:  A
Vorlesen

Wird Künstliche Intelligenz Pflegekräfte ersetzen? Können digitale Assistenten Menschen mit Assistenzbedarf mehr Selbstständigkeit ermöglichen – oder schaffen sie neue Abhängigkeiten? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich am 17. und 18. September 2025 rund 140 Fach- und Führungskräfte beim SONG-Kongress in Gelsenkirchen auseinandergesetzt. Unter dem Motto „Bits & Bytes statt Herz & Hand?“ wurde zwei Tage lang intensiv über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung diskutiert. 

Das Netzwerk SONG („Soziales neu gestalten“) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Organisationen der Sozialwirtschaft. Gemeinsam setzen sie sich für zukunftsfähige Lösungen in Pflege, Betreuung, Inklusion und Teilhabe ein. Auch das Sozialwerk St. Georg ist Mitglied im Netzwerk und bringt seine Perspektiven und Erfahrungen aktiv ein.

Das Programm des Kongresses war vielfältig und brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen. Wissenschaftliche Analysen und praxisnahe Beispiele zeigten, wie digitale Werkzeuge die Arbeit in der Sozialwirtschaft verändern können. Zugleich ging es um die Frage, wie sich die Haltung und Werte, die unsere Arbeit prägen, auch in einer digitalisierten Zukunft bewahren lassen. Die Teilnehmenden erlebten inspirierende Vorträge, praxisorientierte Workshops und Formate, die zum gemeinsamen Nachdenken und Mitgestalten einluden.

„Wir haben zwei Tage lang erlebt, wie intensiv und offen sich unsere Branche mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzt“, resümierte Thomas Kaczmarek, Vorstand des Sozialwerks St. Georg und Vorstandsmitglied im Netzwerk SONG. Besonders beeindruckt habe ihn die Bereitschaft der Teilnehmenden, voneinander zu lernen und Erfahrungen zu teilen. Diese Vertrauenskultur sei ein wesentliches Merkmal des SONG-Kongresses.

Auch Dr. Bodo de Vries, Vorsitzender des Netzwerks SONG, hob die Bedeutung der Veranstaltung hervor: „Der demografische Wandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Technologie kann und muss uns dabei helfen, die Zeit unserer Mitarbeitenden für das zu nutzen, was wirklich zählt: die menschliche Begegnung und Beziehungsarbeit.“

Während frühere SONG-Kongresse stärker die Pflege in den Mittelpunkt stellten, rückte in diesem Jahr die gesamte Sozialwirtschaft in den Blick. Gerade in der Eingliederungshilfe entstehen aktuell spannende Entwicklungen, etwa beim Einsatz digitaler Assistenzsysteme oder in der digitalen Bildung. Der Fokus auf die Breite der Branche machte deutlich, wie wichtig es ist, gemeinsam über die Zukunft der Arbeit nachzudenken und voneinander zu lernen.

Der SONG-Kongress gilt als zentraler Ort für Impulse, Inspiration und Vernetzung. Die Veranstaltung in Gelsenkirchen hat gezeigt: Die digitale Transformation ist längst im Gange – und sie gelingt am besten, wenn sie von Menschen gestaltet wird, die Haltung zeigen und Werte wie Teilhabe, Inklusion und Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellen.

Mehr Informationen über SONG unter: www.song-netzwerk.de

Vorlesen