Viel Zuspruch für Pflege-Autokorso in Soest
Menschen blieben stehen, winkten, applaudierten oder zeigten den Daumen nach oben: Der große Autokorso, mit dem sieben Soester Pflege- und Betreuungsdienste am Dienstagnachmittag auf ihre Sorgen angesichts der geplanten Pflegereform aufmerksam machten, stieß entlang der Strecke auf viel Zuspruch. Mehr als 80 Fahrzeuge waren dabei in Soest unterwegs. Mit initiiert hatte die Aktion die Sozialwerk St. Georg Care.
Gestartet wurde um 14 Uhr an der Französischen Kapelle und damit an einem der Soester Standorte der Sozialwerk St. Georg Care. Von dort führte der Korso rund eineinhalb Stunden durch weite Teile des Stadtgebiets. Die Polizei begleitete die Fahrzeuge und sperrte entlang der Strecke immer wieder Straßen für die Durchfahrt.
Auch die Sozialwerk St. Georg Care war mit acht Fahrzeugen, zehn Mitarbeitenden und zwei Klient:innen vertreten. Neben den Fahrzeugen der beteiligten Dienste fuhren auch entsprechend geschmückte Privatwagen mit – ein Pflegedienst beteiligte sich sogar mit einem Roller.
„Das tat gut zu sehen“
Für Christian Zärle, Pflegedienstleiter der Sozialwerk St. Georg Care, waren vor allem die Reaktionen am Straßenrand bemerkenswert. Immer wieder signalisierten Passant:innen den Teilnehmenden ihre Zustimmung. „Das tat gut zu sehen“, sagt Zärle nach dem Ende des Korsos. Für ihn machten die Reaktionen deutlich, dass die Anliegen der Pflege bei vielen Menschen auf Verständnis und Unterstützung stoßen.
Sorge vor Einschnitten in der Versorgung
Hintergrund der Aktion sind die derzeit diskutierten Pläne zur Neuordnung der Pflegeversicherung. Die beteiligten Dienste befürchten unter anderem Einschnitte bei der Verhinderungspflege und Veränderungen bei weiteren Pflegeleistungen. Beschlossen sind die Reformpläne bislang nicht.
Bereits im Vorfeld hatte Juan Moya, inhaltliche Gesamtleitung der Sozialwerk St. Georg Care, vor möglichen Folgen gewarnt: „Wenn die Pflegereform so kommt, wie sie jetzt im Entwurf steht, wird das ein herber Einschnitt.“ Er befürchtet, dass pflegebedürftigen Menschen künftig weniger Geld für Pflege und Betreuung zur Verfügung stehen und dadurch Versorgungslücken entstehen könnten.
Grundsätzlich stellen die beteiligten Dienste die Notwendigkeit einer Reform nicht infrage. „Man muss sparen, das wissen wir – aber vielleicht anders“, so Moya. Mit dem Autokorso wollten die sieben Dienste Aufmerksamkeit für die möglichen Folgen der derzeitigen Pläne schaffen und eine breitere Diskussion anstoßen.


