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26. November 2025

Nordsternstraße: Ein Standort macht sich bereit fürs Rollout

„Was läuft heute im Viertel?“ Diese Frage können Klient:innen der Außenwohngruppe Nordsternstraße bald per Tablet beantworten. Denn der Standort bereitet sich intensiv darauf vor, neue Assistive Technologien in der Eingliederungshilfe einzusetzen.

Acht Klient:innen leben in den beiden Reihenhäusern der Wohngruppe, weitgehend selbstständig, aber mit fester Tagesstruktur und punktueller Unterstützung. Genau hier setzt die neue Technik an: Sie soll mehr Selbstständigkeit ermöglichen und gleichzeitig Mitarbeitende entlasten.

Das Herzstück: Die neue Quartiersplattform

Alle Klient:innen sollen ein eigenes Tablet erhalten. Darauf befindet sich eine eigens entwickelte Quartiersplattform, die Freizeitangebote im Umfeld übersichtlich darstellt: Welche Veranstaltung findet wann statt? Wie komme ich dort hin? Was kostet es? Und wer aus der Wohngruppe möchte vielleicht mitkommen?
Zudem können Wochen- und Tagespläne digital eingesehen und abgehakt werden - ähnlich einem spielerischen Aufgabenplan, der mit kleinen Feedback-Elementen motiviert. Auch ein Zugriff auf die eigene Klientenakte ist vorgesehen, um Ziele und Maßnahmen transparenter zu machen.

„Unsere Zielgruppe ist sehr divers“, berichtet Fachleiter Hakan Uzunbas. „Darum haben wir intensiv nach Lösungen gesucht, die wirklich sinnvoll sind und nicht nur technisch beeindruckend.“ Gerade die Förderung sozialer Teilhabe stand im Fokus, weniger klassische körperbezogene Assistenz wie automatisierte Fenster oder Türöffner.

Rund um die Tablets: Weitere smarte Unterstützung

Neben der Quartiersplattform wurden ergänzende Technologien ausgewählt:

  • Alexa-Geräte mit speziell entwickelten Skills, etwa für Erinnerungshilfen am Morgen.
  • Smarte Thermostate, die nicht automatisch regulieren, sondern ans Energiesparen erinnern.
  • Ein multifunktionales Küchengerät, um neue Rezepte auszuprobieren und Kochen zu üben.
  • Eine VR-Brille, die für Biografiearbeit oder Wochenenderlebnisse genutzt werden kann – von Paris bis Achterbahn.

Wichtig ist dem Team: Technik ersetzt keine Mitarbeitenden. Sie schafft vielmehr freie Zeit, die in direkte Assistenz fließen kann, ins Zuhören, Unterstützen, Dasein.

Was passiert als Nächstes?

Die Technik ist größtenteils geliefert, nun folgen letzte Installationen, Schnittstellen müssen noch eingerichtet und Schulungen gehalten werden. Das Rollout soll noch im November oder spätestens Anfang Dezember starten, direkt mit allen acht Klient:innen. „Einige sind schon jetzt richtig neugierig“, so Hakan Uzunbas. „Und diejenigen, die zunächst zögerlicher waren, werden spätestens mitziehen, wenn sie sehen, wie hilfreich die Tablets sein können.“

Die Außenwohngruppe Nordsternstraße ist ein Standort im Verbundprojekt „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“, das vom Sozialwerk St. Georg koordiniert und von der Sozialstiftung NRW gefördert wird. Neun weitere soziale Organisationen und zwei Hochschulen sind beteiligt, alle mit dem Ziel, Assistive Technologien sinnvoll in der Eingliederungshilfe zu verankern.

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