karriere.plus: Praxis erleben, Zukunft starten
Unser Inklusionsunternehmen georgs.plus geht neue Wege in der Berufsbildung: Mit dem Angebot „karriere.plus“ in Bochum können junge Menschen individuell in den Berufsalltag starten – ohne den Weg über eine Werkstatt (WfbM).
„Wir sind seit dem 1. September aktiv als anderer Leistungsanbieter nach § l60 SGB IX. Das ist eine Alternative zu traditionellen Werkstattangeboten“, erklärt Linda Wuttke, pädagogische Leitung bei georgs.plus. Das Programm richtet sich an junge Menschen mit Werkstattberechtigung, die lieber direkt in Unternehmen lernen möchten. Vier Tage pro Woche verbringen sie in Praktika, ein Tag ist für Seminare und individuelle Begleitung in den Schulungsräumen vorgesehen. „Bei uns lernen sie unmittelbar in den Betrieben.“
Zum Start nehmen sechs junge Menschen teil, überwiegend Schulabgänger:innen von Förder- und inklusiven Schulen. „Wir sind zugelassen für maximal 16 Teilnehmende und glauben, dass wir diese Zahl bald erreichen werden. Eine Bildungsbegleitung betreut nur vier Teilnehmende – das ist sehr individuell und sogar intensiver als in einer Werkstatt“, so Wuttke.
Die Akquise erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Multiplikator:innen wie der Agentur für Arbeit oder dem Integrationsfachdienst. Wuttke erläutert: „Im Infogespräch prüfen wir, ob die Teilnehmenden die notwendigen Schlüsselqualifikationen für die betriebliche Arbeit mitbringen und perspektivisch selbstständig zu den Praktikumsplätzen kommen können.“ Sozialkompetenzen, Zuverlässigkeit und Mobilität sind wichtiger als fachliche Vorkenntnisse.
Die ersten drei Monate bilden eine Eingangsphase: Die Teilnehmenden absolvieren Seminare in den Schulungsräumen, lernen Sozialkompetenzen, betriebliche Regeln und Arbeitssicherheit und erarbeiten in Einzelgesprächen und durch Beobachtung ihre Stärken und Interessen. Anschließend starten die Praktika in verschiedenen Berufsrichtungen, zum Beispiel in Lagerlogistik, Gastronomie oder Seniorenbetreuung.
Dabei fließen Erfahrungen und methodische Ansätze aus dem Projekt „Gastrohelden“ ein. „Die Qualifizierungsbausteine, die wir für die Gastronomie entwickelt haben, möchten wir künftig auch im neuen Angebot einsetzen, sodass die Teilnehmenden ihre Kenntnisse auch formal abschließen können“, erklärt Wuttke.
Die Rahmenpläne der Werkstatt dienen als Orientierung, doch das Ziel ist klar: praxisorientierte Qualifizierung und, wenn möglich, der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. „Wir haben keinen Arbeitsbereich nachgeschaltet, unser Ziel ist, dass die Teilnehmenden nach Möglichkeit in ein reguläres Arbeitsverhältnis wechseln können“, sagt Wuttke.