Im Frühjahr 2024 haben wir uns entschieden, mit unserer Positionierung „Wir arbeiten nicht mit Nazis!“ öffentlich Haltung zu zeigen. Auslöser waren die zunehmende öffentliche Präsenz rechtsextremer Positionen und die breite gesellschaftliche Debatte über Rechtsextremismus und Demokratie. Hunderttausende Menschen gingen damals unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt“ auf die Straße, darunter auch viele unserer Mitarbeitenden und Klient:innen.
Für uns war klar: Als Sozialwerk, das sich jeden Tag für Teilhabe, Inklusion und die gleiche Würde jedes Menschen einsetzt, können wir dazu nicht schweigen. Wir wollten deutlich machen, wofür wir stehen und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen.
Wie es dazu kam und was uns dabei wichtig war, zeigt der folgende Film, den wir 2024 zunächst für unsere Mitarbeitenden veröffentlicht haben.
Wir von St. Georg sind dem Schutz aller Menschen verpflichtet, die in unserem Sozialwerk leben, unterstützt werden und arbeiten. Rechtsextremismus ist unvereinbar mit unseren Werten. Wir arbeiten nicht mit Nazis.
Grundlage unserer Arbeit sind das christliche Menschenbild, die Menschenrechte und die im Grundgesetz verankerte unantastbare Würde des Menschen. Wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen gleichwertig, verschieden und unvollkommen sind. Wir kämpfen gemeinsam dafür, dass jeder Mensch selbstbestimmt und gleichberechtigt in einer inklusiven Gesellschaft leben kann: Das Sozialwerk St. Georg steht für Toleranz und Vielfalt, Teilhabe und Inklusion, Menschlichkeit und Nächstenliebe. Wir bekennen uns zu einer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft, in der jeder Mensch anders sein darf. Darum machen wir uns stark gegen Rechtsextremismus.
Rechtsextremismus ist eine Ideologie der Ausgrenzung. Er bestreitet, dass alle Menschen die gleiche Würde haben. Diese Weltanschauung der Ungleichwertigkeit stellt sich mit rassistischer, antisemitischer und antidemokratischer Stimmungsmache gegen die Grundwerte unseres Zusammenlebens; sie lehnt eine inklusive Gesellschaft ab und grenzt Menschen aus, die nicht ins völkisch-nationalistische Weltbild von Parteien wie der AfD passen.
Wir wissen aus der Geschichte, wohin rechtsextreme Hetze führt. Darum treten wir entschieden ein gegen jegliche Form der Diskriminierung. Niemand darf das Recht auf Leben von Menschen infrage stellen, Schutzbedürftige benachteiligen oder abwerten. Eine Ideologie der Spaltung, von Hass und Gewalt bedroht nicht nur die Gesellschaft als Ganzes, sondern auch das friedliche Zusammenleben in jeder Gemeinschaft. Sie ist unvereinbar mit unseren Werten und unserer Arbeit.
Wer sich in Wort, Schrift oder Tat rechtsextrem, rassistisch oder menschenverachtend äußert, für entsprechende Organisationen wirbt oder darin Funktionen bekleidet, ist bei uns fehl am Platz – ob als Mitarbeitender, Lieferant oder Partner.
Wir arbeiten nicht mit Nazis!
Unsere Positionierung ist nicht bei einem Papier stehen geblieben. Sie war und ist Anlass für viele Mitarbeitende und Klient:innen, selbst aktiv zu werden: in lokalen Bündnissen, bei Veranstaltungen und Demonstrationen, in kreativen Aktionen oder bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Einige dieser Aktivitäten und Geschichten haben wir auf unserer Homepage vorgestellt: